Mädchenfußball - Camp 2011 Netzschkau
Fußball - Mädchen Bad Schandau
Fußball - Mädchen Bad Schandau
FSV 1924 Bad Schandau e.V.
Fußball für Mädchen mit Kick...
Seit 2009
Mädchenfußball-Camp 2011 in Netzschkau
Dienstag, 25. Oktober 2011
Am frühen Montagmorgen sind wir in unser erstes Fußball-Camp nach Netzschkau aufgebrochen.
Von Bad Schandau ging es zuerst mit der S-Bahn nach Dresden zum Treffpunkt mit weiteren rund 40 Fußballerinnen aus der Region.
Die erste Hürde war der Fahrkartenautomat in Schandau. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, Fahrscheine für 13 Kinder und nur zwei Erwachsene dem Automaten zu entlocken und sich fast alle anwesenden Eltern daran zu schaffen machten, stiegen wir „ohne“ in den Zug. Die nette Zugschaffnerin empfing mich mit einem Lächeln und der Antwort „ ach ihr Männer“( ich war alleine! ). Ich bedankte mich mit einem Schulterzucken meinerseits und wartete auf den zu zahlenden Fahrpreis. Ganze fünf Minuten brauchte auch sie um uns den passenden Tarif auszuwählen. Stolz es geschafft zu haben verkündete sie uns den absoluten Tiefstpreis den sie uns für die Fahrt nach Dresden machen konnte, 47.- € !!! Na denn.
In Dresden-Hauptbahnhof angekommen ging es mit unserem „ Umzug“ weiter. Man glaubt ja gar nicht, was ein kleines Mädchen schon so einen großen Koffer haben kann. Die Schwerkraft bremste einige an der Treppe erst mal aus. Es gibt da zwar ein Transportband, nur wenn man einen Koffer für Hoch auf ein schräges Band stellt, wird er schneller als das Band und ist eher unten als man selbst. Zum Glück stand unten keiner der den Einschlag verkraften mußte.
Unser Busfahrer sah es erst mal ganz gelassen mit dem Gepäck, doch auch der große Bus stieß mit seiner Ladekapazität an seine Grenzen (Randvoll !).
Mit 48 Mädels und den sechs Betreuern, „Sandra, Koch-Franzi und Fußball-Franzi, Anna, Lisa, Thomas und mir (Dirk)“ ging es Richtung Netzschkau los. Im Bus lernten sich die Mädels untereinander das erste mal kennen. Einige kannten sich schon von diversen Turnieren oder Freundschaftsspielen und die Stimmung war von der ersten Minute an super. Mindestens drei weitere wie unsere Janine oder Laura...
Bei strahlend blauen Himmel sind wir im Schullandheim „Schöne Aussicht“ in Netzschkau angekommen. Das Objekt liegt oberhalb auf einem Berg mit wunderschönen Panoramablick in das Vogtland hinein. Direkt vor uns steht die im 18.Jh erbaute Gölzschtalbrücke mit ihren 24 Millionen Ziegelsteinen, nur ein riesengroßes Baugerüst an der Brücke hinderte uns am nachzählen.
Das Schullandheim ist gemütlich und sehr sauber gehalten, das heißt am Eingang erst mal alle Schuhe ausziehen und nur in Socken durchs Haus. Die Zimmer haben die Mädchen selber unter sich aufteilen können und wurden sofort bezogen. Das sah der Heimleiter doch etwas anders und so ging alles noch mal auf „Anfang“. Einzeln wurde den jeweiligen Zimmern nun offiziell Eintritt gewehrt, so ist es immer - so ist es Sitte.
Das Essen war für ein Schullandheim sehr sehr gut, immer ausreichend, abwechslungsreich und immer frisch zubereitet. Nur der Tee... war für unsere „ Limo-verwöhnten Girls“ etwas gewöhnungsbedürftig .
Das „Meckern“ darüber zog den Unmut einer Köchin auf sich, der sich bis zur Abreise bei ihr nicht legte.
Am Nachmittag ging es auf den gegenüberliegenden Sportplatz zum Training. In einem kleinen Turnier wurden die Trainingsgruppen von den Trainern eingeteilt und die ersten Einheiten wurden trainiert.
Es gab vier Gruppen : Anfänger, Fortgeschrittene, Halbprofi und Profi.
Hungrig ging es wieder zum Abendbrot in das Objekt. Nach dem Essen konnten die Mädels selbst bestimmen was sie machen wollten. Im Haus selbst gab es viele Möglichkeiten die genutzt werden konnten, wie Tischtennis, Billiard, Kicker ec.
Wie immer hören manche ja nur mit einen Ohr hin und kriegen nur die Hälfte mit, so auch Zimmer 5.
Als erste geduscht und Bettfertig saß man schon 19.00 Uhr im Bett. Wahrscheinlich sind sie es von zu Hause so gewöhnt, das es nach dem Essen ins Bett geht. Nur das Essen gab es schon um sechs und Bettruhe ist erst 21.00 Uhr.
Die Aufregung des ersten Tages ging bei manch einem Mädchen erst spät zu Bett. Mir fielen vor der Tür fast die Augen vor Müdigkeit zu, drinnen wurde noch „geschnattert“. Die typischen Tricks wie „ich muß noch mal “ wurden angewendet um zu sehen, ob wir noch im Gang stehen.
Am nächsten Morgen ging es wieder nach dem Frühstück auf den Fußballplatz zum Training in den einzelnen Gruppen und am Nachmittag standen viele Aktionen auf dem Programm. Es gab Basteln, Seidenmalerei, Grafitti, Biathlon, Kochen und natürlich Fußball.
Am Abend fand ein origineller Kürbisschnitz-Wettbewerb unter den Zimmern statt. Alle Kürbisköpfe sahen super aus, aber der von Laura, Janine und Fine war der Sieger. Am Lagerfeuer mit einer Bratwurst ließen wir den Tag ausklingen.
Der Mittwoch stand im Zeichen des Freundschaftsspiels gegen die Fußballerinnen vom DFC Westsachsen-Zwickau. Fußball-Franzis Profigruppe musste sich gegen fast einen Kopf größere Mädchen (12-14 Jahre) beweisen. Die Zwickauerinnen sind amtierender Sachsen-Landesmeister und können sehr gut Fußball spielen. Das dachten sie auch vor dem Spiel, aber unsere Mädels waren an dem Tag viel besser. Wenn man die körperliche Unterlegenheit von fast allen in unserer Mannschaft sah, ist das erkämpfte 2 : 2 wie ein Sieg. Beide Tore zum jeweiligen Ausgleich schoß Nadine Schwarz.
Am Donnerstag war meine Gruppe an der Reihe ein Freundschaftsspiel gegen die E-Juniorinnen vom FC Reichenbach zu bestreiten. Da das Wetter nicht so wollte wie wir, sind wir in die sehr schöne Sporthalle umgezogen. Unsere Mädchen waren den Gästen haushoch überlegen und gewannen den Vergleich mit 5 :1. Ich hatte vor gehabt, so vielen Mädchen wie möglich bei dem Spiel die Möglichkeit zu geben, spielen zu können, das heißt 17 Mädels in 2 x 20 min. Ich hatte es an der Seitenlinie selbst auszubaden, mein Shirt war am Ende ausgenuddelt.
Den Donnerstag Abend haben die Mädchen in einer demokratischen Wahl selbst bestimmt und wie soll es auch anders sein... DISCO. Bloß gut das wir fernab jeglicher Zivilisation waren und auch das Hauspersonal schon Feierabend hatte. In den Freizeitaktionen vergas ich zu erwähnen, das es auch eine Showtanzgruppe gab. Sie bestand zu 80 % aus Schandauerinnen. Janine und Laura lebten ihren Traum und begeisterten mit all den anderen Tänzerinnen Saskia „Groß“, Saskia „Klein“, Celina und Selina-Marie , Sarah, Fine, und Isabell uns alle. So hatte ich sie noch nie erlebt und gesehen. Wir hatten zwar eine tolle Musikanlage, aber nur eine CD mit sieben aktuellen Liedern dabei... aber zweieinhalb Stunden Disco. Ich kann jetzt glaube ich fast alle mitsingen. Die Kleine Annabell, unser „Nesthäkchen“ outete sich als Perfekte Rap-Tänzerin. Da an dem Abend nur Mädels anwesend waren ( außer Thomas und ich mit zwei linken Tanzfüßen) war die Stimmung grandios.
Am letzten Tag hieß es nach dem Frühstück packen und Zimmer aufgeräumt übergeben. Im Haus gab es ein „Tante Emma-Laden“ mit vielen Dingen, unter anderen auch Popcorn. In manchen Zimmer war nichts, in einigen etwas und in einigen mußten sie mit der Kehrschaufel schon zweimal zu Abfall laufen um alles weg zu bekommen. Das einpacken der Sachen wurde für einige auch zum Albtraum. „Wie hatte das Mutti nur alles zu Hause reinbekommen“ - Fakt ist: Auflockerungsfaktor 7 = Endvolumen !
Nach dem nun alle Ihr Zimmer übergeben hatten, sind wir in die Sporthalle zum Abschlußturnier gegangen. Vier Mädchen aus der Anfängergruppe haben die Mannschaften gewählt und es wurde im Modus „Jeder gegen Jeden“ gespielt. Der Sieger des Turnieres mußte am Nachmittag gegen die Betreuer spielen. In diesem Spiel unterlagen die Betreuer knapp mit 5 : 4, was in der Halle dem schlechten Platzverhältnissen, einer desolaten Schiedsrichterleistung und dem schlechten Wetter zu verschulden war.
Nach dem offiziellen Abschluß ging es wieder mit dem Bus nach Dresden zurück.
Es war mit dem Mädels und den Betreuern vom Spielmobil Wirbelwind eine super tolle Woche, die sehr viel Spaß allen gemacht hat und zu mehr gemeinsamen Aktivitäten rund um den Mädchenfußball aufruft.
Ich freue mich schon auf das „ Mädchenfußball-Camp 2012 “ !
Euer Dirk
Bilder vom Camp gibt es bald, oder von Outlaw hier..